Historie

Gründung der Stadtwerke Grafenwöhr - eine Erfolgsstory

Seit Anfang 1998 standen die Stadt Grafenwöhr und OBAG in loser Verbindung mit der Absicht, die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Privatwirtschaft zu stärken.

Weil die Stadt Grafenwöhr große Projekte der Daseinsvorsorge mit einem Volumen von 16 Millionen DM zu realisieren hatte, wurden die Gespräche rasch konkreter und bereits zum 1. April 2000 wurde das Kommunalunternehmen „Stadtwerke Grafenwöhr“ als Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Grafenwöhr gegründet.

Zum Vorstand wurde Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Helmut Amschler berufen und mit der Aufgabe Neubau und Betrieb der Kläranlage betraut. Der Verwaltungsrat, das Aufsichtsgremium der Stadtwerke, rekrutiert sich aus Mitgliedern des Stadtrats unter dem Vorsitz des 1. Bürgermeisters.

Seit 1. Mai 2014 hat der Verwaltungsrat folgende Mitglieder:
Vorsitzender: 1. Bürgermeister Edgar Knobloch
Verwaltungsräte: Gerald Morgenstern, Josef Neubauer, Gerhard Stümpfl, Thomas Weiß und Helmuth Wächter.

Am 7. April 2000 unterzeichneten die damaligen Vertragpartner Stadtwerke, OBAG und Ostbayerische Entsorgungsgesellschaft mbH (OEG) einen Kooperationsvertrag, der die Ziele der künftigen Zusammenarbeit regelt und bereits zum 1. Juni 2000 wurde die Wasserwirtschafts- und Betriebsgesellschaft Grafenwöhr GmbH (WBG) gegründet, an der die Stadtwerke die Mehrheit halten.

Diese GmbH, die am 26.06.2000 unter Nummer 2227 ins Handelsregister eingetragen wurde, wird durch zwei Geschäftsführer vertreten:

  • a) kaufmännisch durch Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Helmut Amschler
  • b) technisch durch Dipl.-Ing.(FH) Gerhard Maier

Die GmbH hat ihren Auftrag, den bereits im Juli 1999 begonnenen Bau der Kläranlage durchzuführen und die neue Kläranlage künftig zu betreiben bisher mustergültig durchgeführt.

Zum 1. Mai 2003 wurden daher von den Stadtwerken auch der Bau und die Betriebsführung für das gesamte Kanalnetz im Ortsbereich sowie die Betriebsführung für die Wasserversorgungsanlage übertragen.

Ein Meilenstein in der jungen Geschichte der Stadtwerke war zweifellos die Mitversorgung der in Grafenwöhr stationierten U. S. Einheiten mit Trinkwasser, die seit dem 01. Juli 2000 erfolgt. Erstmals in der über 90jährigen Geschichte wurde der Truppenübungsplatz durch die Stadt mit Trinkwasser versorgt.

Im April 2003 wurde das seit Jahren leer stehende ehemalige Regionalzentrum der OBAG bezogen: Stadtwerke, WBG und die Tiefbauabteilung des Architektur- und Ingenieurbüros Wolfgang Schultes sind seither in der Pechhofer Straße 18 zu finden.

Zwischenzeitlich übernahm die E.ON Bayern AG die Gesellschaftsanteile der ehemaligen OBAG und der OEG GmbH an der WBG (= 49%).

Anfang 2003 wurden die Gesellschaftsanteile der E.ON AG mit Zustimmung des Verwaltungsrats auf die Südwasser GmbH (eine 100% Tochter der E.ON Bayern) übertragen.

 

Kompetenzzentrum in der Pechhofer Straße

Kompetenzzentrum Grafenwöhr in der Pechhofer Straße

Schon immer hat das Gebäude in der Pechhofer Straße mit der Versorgung der Bevölkerung zu tun. War es früher – bedingt durch das dortige Umspannwerk  - der Strom, so sind es heute die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung und die regenerativen Energien.

Die Energieversorgung Ostbayern AG (OBAG) hatte hier ihre Betriebsstelle errichtet und im Jahr 1974 ein Betriebsgebäude für das Umspannwerk gebaut.  Im Zuge der Verwirklichung eines neuen Unternehmenskonzeptes wurde im Jahr 1997 ein neues Regionalzentrum der OBAG gebaut. Das funktionell aufgeteilte und geschmackvoll eingerichtete Gebäude in der Pechhofer Straße wurde im April 2003 durch die Stadtwerke erworben, die seither hier ihren Firmensitz haben.

Vertrag mit der U.S. Armee zur Ver- und Entsorgung der neuen Kaserne

Nächster Höhepunkt war der Vertragsabschluss mit der U.S. Armee am 23. Juli 2003, der den Stadtwerken einen Großauftrag zur Erschließung der neuen Kaserne (BCT-Area) rund um den Heidweiher im Truppenübungsplatz Grafenwöhr bescherte. Hier wurden von April 2004 bis Sommer 2010 rund sieben Kilometer Trinkwasserleitungen und Schmutzwasserkanäle verlegt.
Unter Einschaltung ausschließlich regionaler Firmen wurden diese Projekte stets termingerecht und zur Zufriedenheit des Auftraggebers erledigt.

Durch den Betriebsführungsvertrag mit der U.S. Armee haben sich die Stadtwerke auch zum Unterhalt der neu geschaffenen Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie für den rund 2,5 Kilometer langen Kanal-Hauptsammler mit Rückhaltebecken im Ostlager Grafenwöhr verpflichtet.

 

Hochbehälter mit 2.000 Kubikmetern Fassungsvermögen gebaut

Hochbehälter mit 2.000 cbm

Das „Herzstück“ der neuen Trinkwasserversorgung liegt oberhalb des Annabergs und besteht aus einem neu errichteten Hochbehälter mit zwei Trinkwasserkammern zu je 1.000 Kubikmetern Fassungsvermögen. Diese Neubaumaßnahme, die ebenfalls mit der Trinkwasserversorgung der neuen Kaserne zusammenhängt, wurde am 30. April 2004 begonnen und im Oktober fertig gestellt. Im Anschluss an die Neubaumaßnahme wurde der bestehende 1.000 cbm fassende Hochbehälter einer Generalsanierung unterzogen und mit einem Festakt am 28. Oktober 2005 konnte der neue Wasserspeicher für Stadt und Truppenübungsplatz mit nun insgesamt 3.000 cbm Fassungsvermögen eingeweiht werden. Die Bevölkerung hatte am 30. Oktober 2005 im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ Gelegenheit, sich von diesem gelungenen Projekt zu überzeugen.

 

Neue Versorgungsleitung und Druckerhöhungsanlage

Querung des Thumbach mit schwerem Gerät zum Verlegen der Gussleitung DN 350 (Länge 1.5 km)

Im gleichen Zuge wurde auch eine neue, rund 1,3 Kilometer lange  Trinkwasser-Hauptleitung mit einer Nennweite von 350 mm als duktile Gussleitung vom Hochbehälter zur neuen Kaserne im Truppenübungsplatz verlegt, an deren Ende eine Druckerhöhungsanlage errichtet wurde. Diese befindet sich an der Ecke Römersbühler Straße/Höhenberger Straße und befindet sich auf dem Gelände des Übungsplatzes. Hier wird der Wasserdruck auf rund 7,5 bar erhöht, so dass an jedem Punkt des neuen Trinkwasser-Versorgungsnetzes der seitens U. S. gewünschte  Mindest-Druck von 5 bar erreicht wird. In dieser Anlage wird das Trinkwasser für die neue Kaserne auch mit Chlor versetzt und stabilisiert.

Dieser Großauftrag, der auch den Bau eines Schmutzwasser-Pumpwerks mit Druckleitung zum bestehenden Hauptkanal beinhaltet, konnte erst nach Fertigstellung aller Kompanie- und Funktionsgebäude im Jahr 2010 beendet werden.

 

Neuer Tiefbrunnen VII im Gebiet „Fürstenweiher“ erfolgreich niedergebracht

Einpflügen der Wasserleitung DN 150 mit drei Stromkabeln sowie einem Leerrohr für das Glasfaserkabel

Der Bau eines dritten Trinkwasserbrunnens, der im Jahr 2011 ans Netz angeschlossen wurde, ist ebenfalls durch die vertragliche Verpflichtung zur Trinkwasserversorgung der neuen U. S. Kaserne bedingt. Im Gebiet des „Fürstenweiherdammes“ wurde durch den Hydrogeologen Dr. Karl-Heinz Prösl aus Velden (einem gebürtigen Grafenwöhrer) eine „Punktlandung“ vollbracht, denn ohne eine Probebohrung wurde ein Wasservorkommen mit einer möglichen Entnahmemenge von 35 Litern pro Sekunde angetroffen. Der Härtegrad dieses neuen Wassers liegt lediglich bei 3,8 Grad deutscher Härte; es handelt sich also um sehr weiches Trinkwasser, das seither mit dem Wasser aus den Brunnen V und VI der Stadtwerke vermischt wird. Die Gesamthärte konnte dadurch von bisher 14,7 auf jetzt 10,7 Grad deutscher Härte reduziert werden.

 

Entsäuerungsanlage im Hochbehälter 2011 in Betrieb genommen

v.l.n.r: Wassermeister Günter Rauh, Bürgermeister Helmuth Wächter, Vorstand Helmut Amschler und Architekt Wolfgang Schultes

Durch die Vermischung der Wässer aus den Brunnen V, VI und VII war es erforderlich, eine Entsäuerungsanlage nachzurüsten. Diese wurde im Jahr 2011 im Trinkwasser-Hochbehälter auf dem Annaberg installiert. Mit der feierlichen Einweihung am 06. Mai 2011 werden die Verbraucher wieder mit Trinkwasser des Härtebereichs 2 versorgt.

 

2011/2012 Aufbereitungsanlage wird erweitert und saniert

Die Erweiterung der Trinkwasser-Aufbereitungsanlage in der Bärnwinkler Straße wurde im Jahr 2011 abgeschlossen. Es wurden eine Werkstatt, ein Aufenthaltsraum sowie Sanitärräume an das bestehende Gebäude angebaut. Auch hier kamen ausschließlich regionale Firmen zum Zuge.
In den Jahren 2014/2015 wird die technische Einrichtung der Trinkwasseraufbereitung durch Einbau einer übergeordneten Steuerung und Übertragung mittels Lichtwellenleiter auf den neuesten Stand gebracht.

 

2015 Hochbehälter in Hütten wird 2015 stillgelegt

Der Trinkwasser-Hochbehälter in Hütten mit seinen 300 cbm Fassungsvermögen  wird zukünftig nicht mehr benötigt. Das Pumpwerk in Gmünd wird zu einer Druckerhöhungsanlage umgebaut und damit wird der Hochbehälter entbehrlich, dessen Überwachung sehr personalaufwändig und arbeitsintensiv war.

 

Interkommunale Genossenschaft NEW-Neue Energien West eG gegründet

Am 27.02.2009 wurde auf Initiative der Stadtwerke Grafenwöhr  in Grafenwöhr die interkommunale Genossenschaft NEW-Neue Energien West eG gegründet. Diese war zunächst auf das Gebiet des westlichen Landkreises Neustadt an der Waldnaab (= VierStädtedreieck) beschränkt. Die 8 Gründungsmitglieder hatten 23 Anteile zu je 5.000 Euro gezeichnet. Zum 31.12.2013 gehörten bereits 19 kommunale Mitglieder der NEW eG an. Sie halten derzeit insgesamt 154 Anteile zu je 5.000 Euro.

Mitglieder der NEW eG sind:

  • Stadt Grafenwöhr
  • Stadt Eschenbach
  • Stadt Pressath
  • Stadt Neustadt am Kulm
  • Stadt Kemnath
  • Markt Kirchenthumbach
  • Markt Parkstein
  • Gemeinde Altenstadt
  • Gemeinde Schwarzenbach
  • Gemeinde Trabitz
  • Gemeinde Speinshart
  • Gemeinde Schlammersdorf
  • Gemeinde Vorbach
  • Stadtwerke Grafenwöhr
  • Kommunalunternehmen Floß
  • Stadt Weiden i. d. Opf.
  • Stadt Auerbach
  • Gemeinde Weiherhammer
  • Gemeinde Kastl
  • Bürger-Energiegenossenschaft West eG

Die Bürger-Energiegenossenschaft West eG als wichtigstes Mitglied der NEW eG hält zum 31.12.2013 bereits 2.106 Anteile zu je 5.000 Euro an dieser Genossenschaft.

Mit dem gesammelten regionalen Kapital sowie mit Darlehen regionaler Geldinstitute ist es den Verantwortlichen gelungen, bis zum 31.12.2013 bereits mehr als 18 Millionen Euro in 20 Photovoltaikanlagen in den einzelnen Mitgliedskommunen zu investieren.

Für das Jahr 2014 ist der Einstieg in die Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehen. Der Erwerb einer WKA bei Hof kam im Juli 2013 nicht zustande.

Diese Maßnahmen dienen dazu, die Energie der Zukunft emissionsfrei und regional zu erzeugen. Sie tragen dazu bei, die Wertschöpfung und die Erträge aus der Energieerzeugung wieder in der Region zu halten.

 

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